Aktuelles

Prof. Dr. Winfried Thielmanns FaDaF-2021-Plenarvortrag mit dem Titel „Mozart für Anfänger? Zum Verhältnis von Sprachdidaktik, Spracherwerbsforschung und Gemeinsamem Europäischem Referenzrahmen“ attestierte der Fachdidaktik allgemeinen und den Lehrwerken insbesondere einen „bedenklichen“ Zustand. Prof. Dr. Hermann Funk (ALM / Friedrich-Schiller-Universität Jena) und PD Dr. habil. Marion Grein (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) reagieren aus fachdidaktischer Sicht auf den Vortrag und weisen die Pauschalkritik zurück. Die ALM ermutigt zu weiteren Stellungnahmen und Kommentaren. 

 

Statements

Hier können Sie die Stellungnahmen zur Thielmanns FaDaF-Vortrag lesen.

 

 

– Eine Replik auf Winfried Thielmanns FaDaF-Vortrag in Freiburg 2021 zum Verhältnis von Sprachdidaktik, Spracherwerbsforschung und Gemeinsamem Europäischem Referenzrahmen –

 
von Hermann Funk

„Didaktik ist“ so schreibt Kollege Winfried Thielmann im Abstract zu seinem Plenarvortag auf der FaDaF-Jahrestagung 2021 in Freiburg „der Ort des Nachdenkens über Lehr- und Lernziele und über die Gegenstände, die zur Erreichung dieser Ziele zu vermitteln sind, sowie über derenzeitliche Abfolge, d.h. ihre Progression“. Wohl wahr. Grundton im rhetorisch fulminanten Vortrag war dann nach meiner Wahrnehmung aber weniger das Nachdenken über Progressionen sondern eine geschliffen polemische Attacke des Linguistik-Kollegen gegen DaF/DaZ-Lehrwerke pauschal und die Fachdidaktik unseres Faches, die ja, so der Vorwurf unseresgeschätzten Kollegen aus der Sprachwissenschaft, offensichtlich ein wichtiges Forschungsfeldder Spracherwerbsforschung völlig ignoriert haben. Der Redner wird weder gehofft noch erwartet haben, dass so ein massiver Vorwurf ohne Antwort von Fachkolleg*innen und Lehrwerkautor*innen bleiben würde. Nun denn.

Vortrag Thielmann – eine kritische Betrachtung

 

von Marion Grein


Auf der FaDaF hielt Prof. Thielmann einen fulminanten, rhetorisch perfekten Vortrag über die Erwerbsequenzen beim Erwerb! der Grammatik und übertrug dies auf den Bereich des Fremdsprachenlernens von Erwachsenen. Zunächst: es war ein Vergnügen dem Vortrag zu lauschen. Er bezog sich dabei auf vorhandene Studien zu den natürlichen Grammatikerwerbssequenzen bei Kindern, die – wie in der Linguistik häufig – hierarchisch aufgebaut sind. Dieses Phänomen wird im Bereich der Sprachtypologie sehr häufig verwendet, also z.B.: wenn eine Sprache einen Plural hat, dann hat sie auch einen Singular; wenn in einer Sprache das Verb mit dem indirekten Objekt kongruiert, dann auch mit dem direkten und dann auch mit dem Subjekt. Herangezogen wurden dann die natürlichen Erwerbssequenzen nach Clahsen, Meisel & Pienemann (1983) und die Bestätigung auch für den schulischen Bereich die Studie von Diehl et al. (2000). 

von Winfried Thielmann

 

Zunächst vielleicht einmal zu meinem Hintergrund. Ich habe fast zehn Jahre durchgängig in Australien (Canberra) gelebt (1994-2003), wo ich auch mit einer Australierin verheiratet war, und habe in dieser Zeit etliche tausend Stunden Sprachunterricht erteilt: 

Ich war Dozent im Deutschprogramm der Australian National University (ANU, Department of Modern European Languages), ich war in der Erwachsenenbildung der ANU (Centre for Continuing Education) sowie in einer privaten Erwachsenenbildungseinrichtung tätig, ich war in der German Language School tätig, die Erwachsene auf Goethe-Prüfungen vorbereitet hat, ich habe Privatunterricht für Jugendliche gegeben und ich war Linguistic Consultant der Sprachabteilung des Australischen Außenministeriums (DFAT- Department of Foreign Affairs and Trade), wo ich Intensivkurse für Diplomaten (häufig Nullanfänger) gegeben und diese bis zur Verhandlungsreife geführt habe.

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