Material

Empfehlungen zum Whiteboardeinsatz

Die Empfehlungen sind Ergebnisse eines gemeinsamen Weiterbildungsseminars von PASCH-Brasilien, ReFO 6 und der Arbeitsstelle für Lehrwerkforschung und Materialentwicklung (ALM) der FSU Jena vom 03.-05.10. 2012 in Salvador de Bahia, Brasilien und wurden auf Basis einer exemplarischen Analyse aktueller (2012) Whiteboard-Materialien und E-books der deutschen DaF-Verlage.

  1. Digitale Medien stellen Lehrkräfte vor neue Herausforderungen. Sie müssen sie so einsetzen, dass handlungs- und lernerorientierter Unterricht zentrale Prinzipien bleiben. Der Begriff Interaktion sollte nicht technologisch verkürzt werden auf „elektronisches Feedback“ oder „Korrektur durch den Computer“, sondern heißt „Interaktion zwischen den Lernenden und zwischen Lehrenden und Lernenden“.

  2.  Der selbstverständliche Umgang von Lernenden mit PCs, Tablets (iPad) Smartphones und dem Internet motivieren den Einsatz digitaler Medien. Die Frage nach dem „Mehrwert“ digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht stellt sich daher nicht mehr. Allerdings sollten sie methodisch-didaktisch sinnvoll und aufgabenorientiert eingesetzt werden. Das bloße Abspielen von „E-Books“ oder animierten Tafelbildern macht Lernende zu Zuschauern im Unterricht.

  3.  Die Lehrkraft hat die Aufgabe, die Software und die vorgeschlagenen Übungen im Hinblick auf ihre Lerngruppe und die Prinzipien eines handlungs- und kommunikations-orientierten Unterrichts und kritisch  im Sinne der Unterrichtsziele zu prüfen.

  4.  Digitale Medien können die Arbeit des Lehrers/der Lehrenden, z.B. beim Bilderzeigen, der Textpräsentation oder dem Aufrufen von Hörtexten oder Videos erleichtern. Interaktive Whiteboards E-Books können vor allem als zu Präsentationszwecken /medien sinnvoll genutzt werden. Damit sind nicht nur vorgefertigte Präsentationen aus Lehrwerken gemeint, sondern vor allem Produkte der Schüler.

  5.  Bei Übungsformen lässt sich das IWB am ehesten zur Auswertung/Korrektur von Arbeiten der Lernenden nutzen, während es ansonsten Übungen evtl. unnötig zentralisiert und zu Unterforderung und eingeschränkter kommunikativer Aktivität beiträgt. Die meisten der derzeit von den Verlagen angebotenen Übungen  führen in der Regel  zu plenaren Arbeitsformen, die nur auf die Beteiligung weniger Schüler beschränkt und sind daher bei der Arbeit mit größeren Lerngruppen nicht sonderlich sinnvoll.

  6.  Digitale Medien sollten so genutzt werden, dass es zu einer Ausweitung des Übungsspektrums und einer Veranschaulichung von Lernsituationen kommt. Auf keinen Fall darf der Einsatz digitaler Medien zu einer Verdrängung sozialer  Übungsformen und einer Einengung des Übungsspektrums führen (durch Lückenübungen, Zuordnungsübungen, drag & drop).

  7.  Lerneraktivitäten in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit dürfen nicht zugunsten zentraler digitaler Tafelarbeit reduziert werden. Sinnvoll ist ein kürzerer gezielter Einsatz von IWBs, um bestimmte Unterrichtsvorhaben einzuleiten oder zu begleiten (z.B. Bildimpuls, Stoppen der Arbeitszeit, Anklicken des Hörverstehens durch die Schüler).

  8.  Bei der Entscheidung für eine bestimmte Form digitaler Medien lohnt es sich zu prüfen, welches Arrangement im Hinblick auf den Unterricht am effektivsten ist. Es kann sinnvoller sein, mit der Software für Digitale Tafeln und E-Books auf herkömmlichen Laptops und Tablet-Computern zu arbeiten,. Effektiver als Whiteboards kann auch das Arrangement Laptop-Kamera-Beamer-Tafel sein.

  9.  Grundlage der Verwendbarkeit ist eine übersichtliche Navigation, die ein flexibles Wechseln der Ebenen ermöglicht.

  10.  Was die Weiterentwicklung von E-Books und Übungsangeboten für digitale Tafeln betrifft, wäre es sinnvoll, dass ...
    1.  die Software eine stufenlose Vergrößerung erlaubt,
    2.  die Programme offener gestaltet werden und Differenzierungsangebote enthalten,
    3. vielfältige Angebote für Sprechanlässe entwickelt werden. In Lehrwerken finden sich oft allgemeine Aufforderungen zur Diskussion. Sinnvoll könnte es sein, hier z.B. Bildimpulse anzubieten und Redemittel, Wortschatz bereitzustellen, die von den Lehrenden je nach Lerngruppe aufgerufen werden können,
    4.  mehr Vorlagen für Sprechübungen angeboten werden,
    5.  die Kompatibilität der Programme mit gängigen Boards und Betriebssystemen verbessert wird.

Kontakt

Arbeitsstelle für Lehrwerkforschung und Materialentwicklung (ALM)

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Leutragraben 1 / JenTower
Büro N09, 17. Etage
D-07743 Jena
 

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